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6.3 Epitheliale Tumoren


Die mit Abstand häufigsten Tumorerkrankungen (sowohl benigner wie maligner Natur) betreffen Tumoren, die sich von epithelialen Zellen ableiten. Diese werden nach ihrem Ursprungsgewebe klassifiziert (z.B. Plattenepithelkarzinom) und anhand ihres biologischen Verhaltens in gut- und bösartige Tumoren unterteilt.

Gutartige epitheliale Tumoren (Papillome und Adenome)
Papillome und Adenome sind gutartige epitheliale Tumoren. Papillome gehen von nicht-drüsenbildenden Epithelien wie Übergangs- oder Plattenepithelien aus; Adenome sind gutartige Tumoren drüsenbildender oder intestinaler Epithelien. Papillome und Adenome werden nach ihrer Herkunft benannt, z.B. Schilddrüsenadenom oder Milchgangspapillom.

Bösartige epitheliale Tumoren (Karzinome)
Karzinome sind die bösartigen Tumoren der Epithelien. Sie werden nach ihrem Zelltyp benannt (z.B. Transitionalzellkarzinom, Basalzellkarzinom) und bei Herkunft von drüsenbildenden oder intestinalen Geweben generell als Adenokarzinom bezeichnet. Beispiele hierfür sind Adenokarzinome der Mamma, der Prostata oder des Magens. Karzinome werden weiter nach ihrem Differenzierungs- bzw. Malignitätsgrad unterteilt, wofür im Allgemeinen die Ähnlichkeit mit dem Ursprungsgewebe ausschlaggebend ist.

Carcinoma in situ
Ein Carcinoma in situ ist ein nicht-invasiver maligner epithelialer Tumor. Definitionsgemäß ist das Carcinoma in situ eine epitheliale Neubildung, welche alle morphologischen und molekularen Eigenschafen eines invasiven Karzinoms aufweist. Da es vom Ausgangsepithel durch die Basalmembran getrennt ist, besteht noch kein Kontakt mit Blut- und Lymphgefäßen, und damit auch noch keine Invasion und kein Risiko für eine Metastasierung. Die vollständige Entfernung bedeutet für den Patienten eine Risikoelimination, dass aus dieser Läsion ein invasives metastasierungsfähiges Karzinom entsteht. Nicht selten tritt ein Carcinoma in situ aber multifokal auf (sog. kanzerogener Feldeffekt, z.B. in der Mundhöhle), da die auslösende Ursache (z.B. eine exogene Noxe, wie Alkohol oder Nikotin) an mehreren Stellen voneinander unabhängige Tumorvorstufen verursacht. Ein Carcinoma in situ kann mehrere Jahre im nicht-invasiven Stadium verbleiben bis sich daraus ein invasives Karzinom entwickelt.

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 10.07.2024