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6.1 Begriffliches


Tumor: Im Gegensatz zur eigentlichen Bedeutung “Schwellung” bezeichnet der Begriff in der Tumorpathologie eine meist irreversible und autonome Gewebsneubildung (syn.: Neoplasie)

Nota bene:
  • Nicht jeder Tumor ist irreversibel (spontane Remission)
  • Viele Tumoren sind nicht vollständig autonom (Hormonabhängigkeit z.B. bei Mamma-Ca oder Prostata-Ca)

Dignität: biologisches Verhalten eines Tumors

  • benigne (“gutartig”): nicht metastasierungsfähig
  • maligne (“bösartig”): Tumor mit der Fähigkeit zur Metastasierung (“Malignom”)
  • semimaligne: lokal destruierendes Wachstum, nicht metastasierungsfähig (Basaliom)
  • intermediär: Malignitätspotential nicht sicher beurteilbar (bestimmte Weichteilsarkome)
  • Borderline: niedriges Malignitätspotential (bestimmte Ovarialtumoren)
Nota bene:
  • Gutartige Tumoren können zum Tode des Patienten führen
Beispiele:
  • Meningeom mit Kompression des Hirnstamms
  • Vorhofmyxom mit Verlegung der Mitralklappe
  • Lebensbedrohliche Hypoglykämie bei Insulinom
Nota bene:
  • Bestimmte maligne Tumoren können eine sehr geringe Gefahr für den Patienten darstellen
Beispiele:
  • Kleines, hochdifferenziertes Mammakarzinom bei älteren Patientinnen
  • Chronische lymphatische Leukämie
  • Okkultes Prostatakarzinom

Klassifikation je nach Ausgangs- oder Muttergewebe:

  • Karzinom (maligner epithelialer Tumor)
  • Sarkom (maligner mesenchymaler Tumor)
  • malignes Lymphom (maligner Tumor des lymphatischen Systems)
  • maligner Keimzelltumor
  • malignes Melanom
  • maligner neurogener Tumor

Metastasierung: Bildung von Tochtergeschwülsten

Metastasierungswege
  • lymphogen (regionär, Fernlymphknoten, tertiäre Lymphknotenmetastasen)
  • hämatogen
  • intrakavitär

Rezidiv: lokoregionäres Rezidiv, Fernmetastasen

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 13.07.2024