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A73: Plattenepithelkarzinom der Cervix uteri

Histologie

  • Organdiagnose: Cervix uteri
  • maligner epithelialer Tumor
  • große Tumorzellkomplexe mit epidermoider Differenzierung
  • geringe Verhornungstendenz
  • In situ-Veränderung im Randbereich

Kurspräparat

Allgemeines
Das invasive Plattenepithelkarzinom der Cervix uteri entsteht in der Regel (wie auch die CIN) endozervikal im Bereich der Transformationszone der Cervix uteri. Ein Plattenepithelkarzinom kann ein mikroskopisch kleiner Herd mit beginnender Stromainvasion oder auch ein großer Tumor mit Ummauerung des Ostium sein und ist in der Frühform klinisch bzw. kolposkopisch oft nicht sichtbar, im späten Stadium jedoch häufig als Exophyt der Portio uteri erkennbar. Bei zirkulärer Infiltration des Zervixstromas ist der Gebärmutterhals tonnenförmig aufgetrieben und palpatorisch auffällig. Bei Invasion des parametranen Weichgewebes kann es zu einer Fixation der Beckenorgane kommen, man spricht von einem sog. “frozen pelvis”. Die Metastasierung in die Becken-Lymphknoten hängt von der Infiltrationstiefe des Primärtumors und vom Nachweis einer Lymphgefäßinvasion ab. Das Risiko für Lymphknotenmetasen beträgt weniger als 1% für Tumoren mit weniger als 3 mm Infiltrationstiefe und über 10% bei Infiltrationstiefe von mehr als 5 mm. Fernmetastasen, einschließlich paraaortale Lymphknotenmetastasen, Organmetastasen oder Infiltration der angrenzenden Strukturen wie Blase oder Rektum treten erst spät im Verlauf der Erkrankung auf.

Histologie
Das Plattenepithelkarzinom ist der häufigste Tumortyp der Cervix uteri (75%), gefolgt vom endozervikalen Adenokarzinom (20%) und dem kleinzellig-neuroendokrinen Karzinom (<5%). Die relative Häufigkeit des Adenokarzinoms hat in den letzten Jahren gegenüber dem Plattenepithelkarzinom zugenommen. Plattenepithelkarzinome werden zunehmend häufiger bei jüngeren Frauen beobachtet mit einem Häufigkeitsgipfel bei ca. 45 Jahren. Dies entspricht ca. 10 – 15 Jahre nach dem Auftreten von Vorläuferläsionen. Bei aggressiven Varianten von Vorläuferläsionen ist das Intervall kürzer.

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 5.03.2017