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A71: Invasives Mammakarzinom

Histologie

  • Gering differenziertes, solide gebautes Adenokarzinom
  • Ausgedehnte Tumorinvasion
  • Intraduktale Tumorkomponente

Kurspräparat

Häufigkeit und klinische Bedeutung
Das Mammakarzinom ist der häufigste maligne Tumor der Frau, in der westlichen Hemisphäre erkrankt eine von neun Frauen am Mammakarzinom. In Deutschland sind dies ca. 50.000 Neuerkrankungen jährlich. Das Mammakarzinom stellt die häufigste Todesursache in der Altersgruppe zwischen 35 – 55 Jahren dar.

Ätiologie und Pathogenese
Zahlreiche Risikofaktoren sind bekannt, dabei spielen hormonelle und genetische Risiken die wichtigste Rolle. Die Kenntnis dieser Risikofaktoren kann zur Entwicklung präventiver Maßnahmen und zur Früherkennung des Mammakarzinoms beitragen. Bei den hormonellen Faktoren hat Östrogen bei erniedrigtem Progesteron die Rolle eines die Brustkrebsentstehung begünstigenden Faktors. Dies erklärt das erhöhte Risiko von Frauen mit früher Menarche und später Menopause (erhöhte Lebensbelastung von Östrogen). Dagegen hat eine frühe Schwangerschaft und Geburt einen gegenteiligen, das Risiko für Brustkrebs reduzierenden Effekt.

Klassifikation
Der häufigste Tumortyp des Mammakarzinoms ist mit etwa 70-80% ein Adenokarzinom ohne besondere Merkmale; dieser Tumortyp wird als invasives duktales Karzinom (IDC) bezeichnet. Seltener (in etwa 10–15 %) sind das invasive lobuläre Karzinom (ILC), das invasive tubuläre, muzinöse, medulläre, papilläre Karzinom (je etwa 2 %), gemischte und andere Tumortypen. Diese Tumortypen unterscheiden sich in ihrer klinischen Präsentation, den Befunden bei bildgebenden Untersuchungen, dem histologischen Ausbreitungsmuster und in der Prognose. Bei fast allen Tumortypen liegt auch eine nicht invasive (duktale oder lobuläre) Tumorkomponente vor, aus der sie hervorgegangen sind und die für die Größe der Operation mitentscheidend ist. Seltener geht das Mammakarzinom direkt aus gutartigen Erkrankungen hervor (von denen einige bei Mammatumor genannt sind, es handelt sich hier aber nicht um bösartige Tumorerkrankungen).

Differenzierungsgrad
Die histologischen Tumortypen werden anhand struktureller und zellulärer Eigenschaften sowie ihrer Kernteilungsrate unterteilt in drei Malignitätsgrade. Die Einstufung des invasiven Karzinoms beruht auf den drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate. Je höher der Malignitätsgrad, desto ungünstiger ist das Verhalten der Tumorzellen. Man unterscheidet Tumoren mit Differenzierungsgrad 1, 2 oder 3 (G1 = gut differenziert, G2 = mäßig differenziert, G3 = gering differenziert).

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 5.03.2017
INF224

  6.3 Epitheliale Tumoren  

Bilder

88-H

Abb. 666: Mäßig differenziertes, und partiell solide gebautes Adenokarzinom mit ausgedehnter Tumorinvasion


88-H

Abb. 667: Invasiv-duktales Mammakarziom mit überwiegend solider und nur angedeutet drüsiger Differenzierung.

6 Neoplasien - Skript

6.3 Epitheliale Tumoren - Weitere Kurspräparate