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A42: Arteriitis temporalis

Histologie

  • Organdiagnose: Arterle (Querschnitt)
  • fibrinoide Nekrose – im Bereich der Intima-Media-Grenze mit Zerstörung der Elastica interna
  • Granulationsgewebe
  • entzündliches Infiltrat
  • Riesenzellen, die sich an Bruchstücke der Elastica interna lagern

Kurspräparat

Die Arteriitis temporalis lässt sich histologisch in drei Formen einteilen, die den verschiedenen zeitlichen Stadien der Erkrankung entsprechen dürften:

Klassifikation

  1. Klassische Form
    • Intima-Media-begrenzte Myozytennekrose mit Zersplitterung der Elastica interna
    • mehrkernige Riesenzellen
    • Umrahmung des Nekrosebezirk durch ein schütteres Granulationsgewebe
  2. Unspezifische Entzündungsform
    • betrifft die ganze Gefäßwand
    • beinhaltet ein dichtes Leukozyteninfiltrat
  3. Fibrosierende Form
    • reaktive Intimafibrose
    • Narben in der Elastica interna & Media

Klinik

  • erhöhte BSG und CRP
  • pochende (Schläfen-) Kopfschmerzen, ev. Schmerzen beim Kauen
  • verhärtete, druckschmerzhafte ev. pulslose A. temporalis
  • Sehstörung bis hin zur Erblindung (A. ophthalmica)
  • Ca. 60% der Patienten haben zusätzlich eine PMR

Therapie
Schon bei dringendem Verdacht auf eine Arteriitis cranialis muss aufgrund der Erblindungsgefahr sofort mit einer Steroidbehandlung begonnen werden.

Prognose
Unbehandelt kommt es in ca. 30% der Fälle zu einer Erblindung. Rezidive treten bei rund einem Drittel der Patienten auf.

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 5.03.2017
INF224

  3.4 Immunpathologie  

Bilder

A42 Arteriitis temporalis

Abb. 457: Fibrinoide Nekrose mit Organisation und Zerstörung der Elastica interna


A42 Arteriitis temporalis

Abb. 458: Mehrkernige Riesenzellen (hohe Vergrößerung)

3 Entzündungslehre - Skript

3.4 Immunpathologie - Weitere Kurspräparate