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A51: Rheumatische Myokarditis

Histologie

  • Organdiagnose: Myokard
  • kleine Entzündungsareale in Gefäßnähe (=Aschoff-Geipel-Knötchen in der Umgebung kleiner Venolen)
  • entzündliches Infiltrat: Plasmazellen, Lymphozyten, Granulozyten und Histiozyten (evtl. als Anitschkoff-Zellen mit Flaschenbürstenkern erkennbar)
  • mehrkernige (2-3) Riesenzellen (=Coombs/Aschoff-Zellen)

Kurspräparat

Ursache
Die rheumatische Myokarditis manifestiert sich ca. 2-3 Wochen später als Zweiterkrankung nach wiederholten Infekten mit ß-hämolysierenden Streptokokken der Lancefield-Gruppe A zwischen dem 5. und 13. Lebensjahr.

Pathogenese
Antistreptokokken-Antikörper kreuzreagieren mit myokardialen Antigenen.

Pathologie
Die rheumatische Herzerkrankung ist eine Pankarditis, die wichtigsten Befunde sind:

  • Endokarditis thrombo-verrucosa, Verkalkung > Stenosen
  • Aschoffsche Knötchen im Myokard, (fibrinoide Nekrosen und kleine Aggregate von Lymphozyten und Makrophagen) die ca. 1-2 mm groß sind und bevorzugt in der Umgebung kleiner Venolen vorkommen. Im Frühstadium zeigt sich eine fibrinoide Nekrose. Später kommt es zusätzlich zu einer entzündlichen Infiltration (Plasmazellen, Granulozyten und Histiozyten). Im Stadium der Infiltration bildet sich eine granulomatöse Reaktion mit für die rheumatische Myokarditis pathognomonischen, transformierten Makrophagen (Anitschkow-Zellen) aus, sowie daraus abgeleitete 2-3-kernige Coombs/Aschoff-Riesenzellen.
  • Epikarditis

Komplikation
Schwere Herzinsuffizienz

Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 5.03.2017
INF224

  3.4 Immunpathologie  

Bilder

A51 Rheumatische Myokarditis

Abb. 468: Perivaskuläres Infiltrat mit Riesenzellen


A51 Rheumatische Myokarditis

Abb. 469: Perivaskuläres Entzündungsinfiltrat mit einer Riesenzelle

3 Entzündungslehre - Skript

3.4 Immunpathologie - Weitere Kurspräparate