UniHD

4.1.1 Atherosklerose

Variable Kombination von Intimaveränderungen, bestehend aus herdförmigen Ansammlungen von Lipiden, komplexen Kohlenhydraten, Blut- und Blutbestandteilen,
Bindegewebe und Kalziumablagerungen, verbunden mit Veränderungen der Arterienmedia (WHO-Definition).

Formale Pathogenese der Atherosklerose

  1. Initialveränderungen: Hier kommt es zu LDL-Anreicherungen und Makrophagenbesiedlung der Intima.
  2. Fatty streaks (gelblich, flach erhabene, streifenförmige Herde) sind subendotheliale Läsionen, die durch Lipidablagerungen, Schaumzellen und Myofibroblastenproliferation charakterisiert sind.
  3. Lipidplaques: Dies sind kleine Herde aus diffus verteilten extrazellulären Lipiden und Proteoglykanen, sowie lipidbeladene Makrophagen, die von Kollagenfibrillen und elastischen Fasern umgeben sind.
  4. Atherom: Es kommt zur Verdickung der Arterienwand aufgrund größerer Ansammlung von Lipiden (Lipidkern mit Lipidtropfen, Zelltrümmern und Schaumzellen). Über diese Lipidansammlungen legt sich eine Atheromkappe, die aus glatten Muskelzellen, Kollagen, elastischen Fasern und Proteoglykanen gebildet wird. Weiterhin kommt es zu einer Neovaskularisation an den Rändern der Plaque. Die Endothelzellschicht ist hierbei noch intakt und es besteht noch keine akute Thrombosegefahr.
  5. Fibroatherom: Es setzt sich aus mehreren Lipidkernen mit reaktiver Fibrose, und ggf. regressiven Verkalkungen zusammen.
  6. Plaqueruptur: Hier kommt es zum Aufbrechen des fibrösen Plaquedeckels mit einer Intimaruptur.
  7. Komplizierte Läsion: Erkennbar ist jetzt das Vollbild mit größeren Rupturen der Intima über dem Plaque und Auflagerung von Abscheidungsthromben.
Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 16.07.2012