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5.2.2 Diabetes mellitus

  • Multifaktorielle Genese: Genetische und umweltbedingte Faktoren spielen eine Rolle
  • Unterscheidung zwischen relativem oder absolutem Insulinmangel mit resultierender Hyperglykämie
  • Einteilung in Insulin-abhängige und nicht Insulin-abhängige Formen
  • Langfristige Komplikationen sind atheromatöse Plaques, Nierenschäden, Mikroangiopathie, Neuropathie

Der Diabetes mellitus stellt eine Gruppe von Krankheiten dar, die durch eine Störung der Glucose-Homöostase gekennzeichnet sind. Ursache ist ein relativer oder absoluter Mangel an Insulin. Unmittelbare Folgen des Insulin-Mangels sind Hyperglykämie und Glykosurie.

Die Ätiologie des Diabetes mellitus ist multifaktoriell, und obwohl die Krankheit erworben wird, spielen genetische Prädispositionen eine wichtige Rolle. Dies gilt vor allem für den Insulin-abhängigen (Typ 1-) Diabetes. Der Diabetes mellitus wird in primäre und sekundäre Formen untergliedert, wobei der primäre Diabetes viel häufiger ist als der sekundäre Diabetes.

Primärer Diabetes mellitus
Der primäre Diabetes mellitus (DM) wird wie folgt unterteilt in:

  • Insulin-abhängiger oder Typ-1 – Diabetes
  • Nicht Insulin-abhängiger oder Typ-2 – Diabetes

Der juvenile Diabetes mellitus manifestiert sich in der Regel vor dem 20. Lebensjahr und ist fast immer ein Typ-1 Diabetes. Es besteht eine erbliche Veranlagung und eine Assoziation mit HLA-DR3 oder HLA-DR4. Das auslösende Ereignis kann eine Virusinfektion der Insulin-produzierenden β-Zellen der Langerhans-Inseln sein, die ihre Zerstörung zur Folge hat.

Ein neu aufgetretener Diabetes mellitus bei Erwachsenen (Erkrankungsalter über 25 Jahre) spricht am häufigsten für einen nicht Insulin-abhängigen (Typ-2) Diabetes. Hier besteht eine erworbene Resistenz gegen Insulin. Es gibt keine Assoziation zu bestimmten HLA-Subtypen, aber es gibt eine familiäre Prädisposition für die Entwicklung des Typ-2 Diabetes. Die betroffenen Patienten sind meist aber nicht immer stark übergewichtig.

Sekundärer Diabetes mellitus
Diabetes kann auch eine Folgeerkrankung sein von:

  • Chronischer Pankreatitis
  • Hämochromatose
  • Akromegalie
  • Cushing-Syndrom
Bearbeiter: Peter Sinn
Letzte Änderung: 16.07.2012