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A04: Epithelkörperchenhyperplasie

Histologie

  • Organdiagnose Epithelkörperchen
  • Hauptzellen, wasserklare Zellen und oxyphile Zellen
  • Reduktion eingeschlossener Fettzellen im normalen Epithelkörperchengewebe
  • Knotige Organvergrößerung

Kurspräparat

Pathogenese
Die meisten Menschen haben vier etwa linsengroße Epithelkörperchen, die Parathormon produzieren.

Die Überfunktion der Epithelkörperchen (Hyperparathyreoidismus, HPT) wird aufgrund der Pathogenese eingeteilt in eine primäre oder sekundäre Form des Hyperparathyreoidismus. Bei chronischer Niereninsuffizienz kommt es aufgrund des renal bedingten Kalziumverlustes zu einer knotigen Hyperplasie der Epithelkörperchen mit gesteigerter Parathormonproduktion. Die Erkrankung wird sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT) genannt, da sie auf eine chronische Niereninsuffizienz zurückzuführen ist. Im Unterschied dazu handelt es sich beim primären Hyperparathyreoidismus (pHPT) um eine gesteigerte Parathormonproduktion, die auf ein Epithelkörperchenadenom mit autonomer hormoneller Aktivität zurückzuführen ist.

Klinik

  • PHPT:
    • Niere: Nephrolithiasis, und -kazinose, Polyurie und Polydipsie
    • Knochen: Negaive Knochenbilanz, diffuse Osteopenie
    • GI-Manifestation: Gewichtsverlust, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Obstipation, Meteorismus
    • Die Trias der oben genannten Sypmtome ist auch als Stein, Bein und Magenpein bekannt
    • Neurologie: Muskelschwäche, Rasche Ermüdbarkeit, Muskelschwund
    • Hyperkalzämische Krise

Mehr als 50% der Patienten haben haben jedoch keine oder nur unspezifische Beschwerden.

Der sekundäre Hyperparathyreoidismus manifestiert sich durch Symptome der Grundkrankheit (der Niereninsuffizienz), z.B. durch eine renale Osteopathie.

Therapie
Bei klinisch relevantem HPT: Chirurgische Entfernung der vergrößerten Epithelkörperchen.

Diagnostik

Die vergrößerten Epithelkörperchen lassen sich bildgebend mit folgenden Methoden darstellen:

  • Sonografie
  • CT/MRT
  • 99mTc-MIBI Szintigrafie

Labor

Durch die Bestimmung von Kalzium, Parathormon und Phosphat im Blutserum lassen sich der primäre und der sekundäre Hyperparathyreoidismus voneinander unterscheiden.:

Diagnose Kalzium PTH Phosphat
PHPT erhöht erhöht erniedrigt
SHPT erniedrigt erhöht normal
Bearbeiter: Sebastian Aulmann
Letzte Änderung: 5.03.2017
INF224

  1.3 Hypertrophie, Hyperplasie  

Bilder

A04 Epithelkörperchenhyperplasie

Abb. 561: Ausschnitt mit trabekulären Zellverbänden mit dunklen Hauptzellen und oxyphilen Zellen

1 Zelluläre Adaptationen - Skript

1.3 Hypertrophie, Hyperplasie - Weitere Kurspräparate