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Z061: Nasopalatinale und Ductus incisivus-Zysten

Definition
Die nasopalatinalen Zysten entstehen aus persistierendem Epithel des Canalis nasopalatinus.

Klinik
Symmetrisch zwischen den Wurzeln der beiden oberen Schneidezähne lokalisiert. Evtl. Anhebung der Nasenschleimhaut am Nasenboden. Langsames Wachstum, nur geringe Beeinträchtigung der Umgebung. Zähne vital. Das Röntgenbild (Oberkieferaufbissaufnahme) zeigt eine scharf begrenzte symmetrische birnenförmige Aufhellung, deren Spitze zwischen den Wurzeln der mittleren Schneidezähnen liegt und deren rundliche Kuppel nasenwärts gerichtet ist.

Differenzialdiagnose
Bei paramedianer Einstellung der Aufbissaufnahme kann sich die Aufhellung über die Wurzelspitze eines der beiden mittleren Schneidezähne projizieren. Eine Verwechslung mit einer radikulären Zyste wäre dann möglich, besonders wenn der betroffene Zahn devital ist und ein Parodontalspalt fehlt. Ferner müssen osteolytische Tumoren abgegrenzt werden.

Therapie
Zystektomie über palatinalen Zugang. Bei großen Zysten mit Resorption des knöchernen Nasenbodens kommt auch eine Zystostomie mit Einschlagen des Schleimhautlappens in Frage.

Histologie
Je nach Lage zur Nase oder Mundhöhle mehrreihiges Flimmerepithel oder mehrschichtiges Plattenepithel. Im Bindegewebe der Zystenwand größere Nervenfasern, Blutgefäße, kleinere Schleimdrüsen und Fettgewebe.

Kurspräparat

Bearbeiter: Brigitte Maag
Letzte Änderung: 5.03.2017