UniHD

Z035: Basaliom

Definition
Semimaligner Hauttumor, der von nichtverhornenden Keratinozyten in der Basalzellschicht in der Epidermis seinen Ausgangspunkt nimmt.
Vorkommen meist an sonnenexponierter Lokalisation im Kopf-Halsbereich.

Synonym
Im englischen Sprachraum, und zunehmend auch im Deutschen, wird das Basaliom auch als Basalzellkarzinom (basal cell carcinoma) bezeichnet. Dieser Begriff ist gegenüber der in der Dermatologie gebräuchlichen Bezeichnung Basaliom zu bevorzugen, da das Basaliom alle histologischen Malignitätskriterien aufweist und die Exzision nach onkologischen Gesichtspunkten (mit tumorfreiem Randsaum) zu erfolgen hat. Im Folgenden wird daher der Begriff Basalzellkarzinom verwandt.

Epidemiologie
Das Basalzellkarzinom ist mit Abstand das häufigste Karzinom mit einer Inzidenz von ca. 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland, im Vergleich zu einer etwa vierfach geringeren Inzidenz des Plattenepithelkarzinoms der Haut. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Klinik
In der Regel tritt das Basalzellkarzinom bei älteren Patienten über 60 Jahren auf, wird aber zunehmend auch bei jüngeren Patienten mit einem Lebensalter unter 50 Jahren gesehen. Die häufigsten Lokalisationen des Basalzellkarzinoms sind die Nase mit 20% aller Fälle und der übrige Gesichtsbereich mit 18% und manifestiert sich hier als kleiner scharf begrenzter, seltener auch flächiger und unscharf begrenzter Tumor. Das pigmentierte Basalzellkarzinom kann einem malignen Melanom ähneln. Größere Basalzellkarzinome können zentral ulzerieren. Risikiofaktoren für das Basalzellkarzinom sind ultraviolettes Licht, helles Haar und gering pigmentierte Haut.

Unbehandelt zeigt das Basaliom ein langsames, lokal-invasives Tumorwachstum und kann zu einer erheblichen lokalen Destruktion der Weichteile, ggf, auch des Knochens führen. Metastasen sind sehr selten.

Histologie
Histologisch unterscheidet man weniger aggressive, noduläre und oberflächliche Wuchsformen von aggressiveren Varianten, dazu zählt das invasive, mikronoduläre und das sklerosierende Basalzellkarzinom. Aggressivere Varianten sind seitlich und zur Tiefe hin schlechter abgrenzbar und können in der Tiefe eine perineurale Ausbreitung zeigen und das Periost bzw. Perichondrium infiltrieren. Charakteristisch ist der kleinzellig-basaloide Aspekt der Tumorzellen und die palisadenartige Begrenzung der Zellnester.

Kurspräparat

Therapie
Zur Vermeidung von Lokalrezidiven muss eine Exzision sicher im Gesunden erfolgen, was bei gegebener Lokalisation an der Nase, der Lippe, des Augenlids oder des Ohres durch die notwendige plastische Deckung des entstehenden Defektes technisch sehr aufwendig sein kann. Als Alternative zur Operation oder als Rezidivprophylaxe kann man eine lokale Chemotherapie (Imiquimod oder 5-FU) einsetzen.

Bearbeiter: Brigitte Maag
Letzte Änderung: 5.03.2017
zahn

  6.3 Epitheliale Tumoren  

Bilder

Basaliom

Abb. 115: Basaliom an typischer Lokalisation (Bildquelle: Fitzpatrick's Color Atlas & Synopsis of Clinical Dermatology. McGraw-Hill 2005).

6.3 Epitheliale Tumoren - Weitere Kurspräparate