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Z094: Seborrhoische Keratose

Definition
Häufigster benigner Hauttumor mit Ausbildung bräunlicher, leicht erhabener und häufig verruköser Plaques bei mittelalten und älteren Patienten.

Klinische Korrelation
Die seborrhoische Keratose ist ein sehr häufiger Hauttumor des erwachsenen Menschen und kommt an fast allen Lokalisationen der Epidermis vor, mit Ausnahme der Fußsohlen und Handinnenflächen. Sie manifestiert sich als typischerweise rundliche, flach-erhabene Läsion von wenigen Millimetern bis zu wenigen Zentimetern Größe, der Farbton variiert von hellbräunlich bis schwarz oder verschiedenfarbig, die Oberfläche ist meist samtartig, glänzend oder verrukös. Aufgrund der Melaninpigmentierung und der unregelmäßigen Begrenzung kann die Seborrhoische Keratose einem malignen Melanom ähneln.

Das plötzliche Auftreten multipler, juckender seborrhoischer Keratosen in Zusammenhang mit einem malignen Tumor (meist gastrointestinales Karzinom) wird Leser–Trélat’sches Zeichen genannt.

Histologie:
Charakteristisch ist eine meist polypoide Proliferation basaloider Epithelien mit ausgeprägter Akanthose (akantotische SK) und einhergehend mit pseudozystenartigen Einstülpungen und Hornperlen. Vielfach sieht man auch eine Hyperkeratose (hyperkeratotische SK) oder eine vermehrte Melaninpigmentierung (pigmentierte (SK), seltener entzündliche Begleitreaktion (irritierte SK).

Kurspräparat

Pathogenese
Der klonale Ursprung der seborrhoischen Keratose, und damit die Eigenschaft einer Neoplasie gilt als gesichert. Neuere Studien zeigen eine häufige aktivierende Mutation des FGF (fibroblast growth factor) Rezeptors.

Therapie
Bei raschem Wachstum oder atypischen Läsionen stellt sich die Differentialdiagnose gegenüber einem Basalzellkarzinom oder einem malignen Melanom und es erfolgt eine Exzisionsbiopsie. Wenn kein Malignitätsverdacht besteht, können die Veränderungen auch durch Kryotherapie, Kürretage oder oberflächliche Abtragung entfernt werden.

Prognose
Die Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms auf dem Boden einer seborrhoischen Keratose ist selten.

Bearbeiter: Brigitte Maag
Letzte Änderung: 5.03.2017